Κοtsifali – Eine rote, auf Kreta heimische Rebsorte
Die bedeutendste einheimische Rotweinsorte Kretas. Sie wird seit vielen Jahrhunderten angebaut und in Texten aus dem 14. Jahrhundert erwähnt. Außerdem spielte sie eine Rolle bei der Herstellung des kretischen Malvasia-Weins. Der Name soll vom Vogel „Amsel“ (griechisch: κοτσύφι) stammen, da dieser gerne die Beeren der Rebsorte pickt.


Die Geschichte der Rebsorte
Kotsifali
Kotsifali gilt als autochthone Rebsorte Kretas und wurde vermutlich bereits seit der minoischen Epoche auf der Insel angebaut. Auch wenn es keine direkten schriftlichen Quellen unter dem heutigen Namen gibt, ist die Bedeutung des Weinbaus im antiken Kreta gut dokumentiert. Rebsorten wie Kotsifali gelten daher wahrscheinlich als evolutionäre Überreste jener Zeit.
Anbau von Weinbergen mit der Rebsorte Kotsifali
Die Gesamtanbaufläche der Rebsorte im Weinbaugebiet Kretas beträgt etwa 400 Hektar Weinberge. Sie wird hauptsächlich in den Regionen Heraklion und Lasithi angebaut.
Die Rebsorte Kotsifali gedeiht gut auf Böden mit geringer Fruchtbarkeit, insbesondere auf ton- und kalkhaltigen Böden.
Der Boden in der Region Dafnes ist von mittlerer bis toniger Beschaffenheit. Er ist reich an Kalziumkarbonat, mit einem Gehalt von über 40 %. Das Kalziumkarbonat neutralisiert die Bodenversauerung und sorgt für einen pH-Wert zwischen 7 und 8,5 – ein ideales Niveau für die Aufnahme der meisten Spurenelemente durch die Rebe.
Zudem verbessert Kalziumkarbonat die Bodenstruktur und gewährleistet eine gute Drainage sowie eine optimale Bodentemperatur. Diese Eigenschaften tragen wesentlich zur guten phenolischen und technologischen Reife der Trauben bei und ermöglichen die Erzeugung von Weinen mit reicher Struktur und Volumen, intensiver Farbe und ausgewogener Säure.
Die Weinberge der Region Dafnes liegen nordöstlich des Psiloritis-Gebirges. Die Topografie der weiteren Umgebung wird von etwa drei Haupt-Hügelketten geprägt, die nahezu parallel zueinander verlaufen und sich vom Norden des Bezirks in Richtung Süden erstrecken, auf einer Höhe von 300–500 m.
An den Hängen dieser Hügelketten sind die Reben von Dafnes überwiegend in östlicher oder westlicher Ausrichtung gepflanzt. Die langgestreckten Täler zwischen den Hügelreihen fungieren wie natürliche Kanäle und leiten die kühle Luft vom Kretischen Meer ins Landesinnere. Dadurch bleibt die Temperatur im Sommer auf einem sehr angenehmen Niveau.
Niederschläge sind in den Sommermonaten selten, was dazu beiträgt, dass die Pflanzen und Trauben gesund bleiben.
Die Rebsorte Kotsifali weist eine zufriedenstellende Resistenz gegen Peronosporose und Mehltau auf, ist jedoch empfindlich gegenüber infektiöser Degeneration.


Rebschnitt der Rebsorte Kotsifali
Die Reberziehung erfolgt in Kelchform (Buscherziehung) oder als beidseitiges Kordon (Royat). Der Schnitt erfolgt in der Regel kurz, mit Zapfen von jeweils zwei Augen.
Die Rebsorte Kotsifali ist wüchsig, sehr ertragreich und früh reifend.
Sie weist eine mittlere Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Krankheiten auf, mit Ausnahme einer gewissen Anfälligkeit gegenüber Peronospora (Falscher Mehltau) und Botrytis (Grauschimmel).
Der Most zeichnet sich durch einen hohen Zuckergehalt und eine geringe Säure aus.
Die sortenreinen Weine sind alkoholreich, säurearm und zeigen eine gewisse Farbinstabilität.
Ampelographische Beschreibung der Rebsorte Kotsifali
Sie wird hauptsächlich im Regionalbezirk Heraklion sowie auch im Regionalbezirk Rethymno auf Kreta angebaut.
Die Gesamtanbaufläche auf der Insel beträgt etwa 1.500–2.000 Stremma Weinberge.
Das ausgewachsene Blatt der Rebsorte Kotsifali ist mittelgroß bis groß und meist fünflappig. Die Buchten sind mäßig tief ausgeprägt. Die Blattspreite zeigt eine leicht blasige Struktur und eine sanfte Welligkeit.
Die Oberseite ist matt hellgrün mit einer feinen Behaarung, während die Unterseite stärker behaart ist, oft mit dichter, wolliger Behaarung. Der Blattstielansatz ist meist offen oder leicht überlappend, in U- oder V-Form ausgeprägt.
Die Traube der Rebsorte Kotsifali ist mittelgroß bis groß, zylindrisch oder zylindrisch-konisch geformt, oft locker bis mäßig kompakt.
Die Beeren sind mittelgroß, rund, mit dünner, rotvioletter bis blauschwarzer Schale. Das Fruchtfleisch ist saftig, weich und süß, mit einem ausgewogenen Aroma.
Die Reifezeit ist früh, was sie gut für warme, trockene Klimazonen wie Kreta geeignet macht.
Klein bis mittelgroß, annähernd ellipsoid bis leicht abgeflacht geformt. Die Schale ist mitteldick, fest und widerstandsfähig, mit reichlicher Bereifung.
Die Farbe variiert zwischen rötlich-schwarz und rötlich-violett.
Das Fruchtfleisch ist weich, farblos, leicht säuerlich, geschmackvoll und sehr saftig.
Der Beerenstiel ist kurz und lässt sich leicht vom Stielgerüst lösen.
Es befinden sich 1 bis 3 Kerne pro Beere, meist zwei. Sie sind mittelgroß und birnenförmig (pyriform).
Gelblich-braun bis gräulich gefärbt, mit elliptischem oder rundem Querschnitt, kantig, mit Lentizellen (Porenpunkten) und glatter Oberfläche.
Die ampelografische Beschreibung basiert auf dem Buch „The Cretan Grapes“ von Manolis und Maritina Stavrakakis.


Phänologische Daten der Rebsorte Kotsifali
Der Boden und die klimatischen Bedingungen jeder Region beeinflussen maßgeblich die phänologischen Entwicklungsstadien der Rebsorte. In Dafnes wurden im Allgemeinen folgende Zeitpunkte beobachtet:
Vollreife: 3. Dekade August bis 1. Dekade September
Austriebsbeginn: 3. Dekade März
Vollständiger Austrieb: 3. Dekade April
Vollblüte: 16.–20. Mai
Beginn der Reife (Veraison): 3. Dekade Juli
Technologische Eigenschaften des Mostes aus vollreifem Kotsifali
• Zuckergehalt: 230–250 g/L
• Gesamtsäure: 4,4–6,5 g/L
• pH-Wert (aktive Säure): 3,3–3,9
Die griechische Gesetzgebung zur Rebsorte Kotsifali
Die Rebsorte Kotsifali ist gemäß der geltenden Gesetzgebung im Weinbaugebiet Kreta empfohlen und außerdem in den Weinbaugebieten der Kykladen und der Nordägäis zugelassen.
Sie wird gemeinsam mit der Rebsorte Mandilaria vinifiziert zur Herstellung trockener Rotweine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) „Archanes“ und „Peza“.


Die Eigenschaften des Weins aus Kotsifali
Kotsifali ergibt einen „typisch mediterranen“ Rotwein mit heller Farbe, intensiver Aromatik, relativ hohem Alkoholgehalt sowie milden Tanninen und Säurewerten.
Der Anbau konzentriert sich vor allem auf die Region Heraklion, wo die Sorte aromatische, alkoholreiche Weine mit mittlerer Säure liefert.
Kotsifali wird häufig für Cuvées verwendet, um kantigere Sorten wie Mandilaria abzurunden. Auch in Kombination mit Syrah entstehen besonders komplexe und interessante Weine.
Weine mit Kotsifali im Verschnitt passen hervorragend zu Speisen – besonders zu kräftigen Fleischgerichten, Schmorgerichten, Würstchen und geschmackvollen Grillgerichten.
Die meisten Weine sind direkt nach der Abfüllung trinkreif. Solche mit höherem Extrakt, die mehrere Monate im Fass reifen, besitzen jedoch Lagerpotenzial und können sich über 5–8 Jahre weiterentwickeln, wobei sie an Struktur und geschmacklicher Komplexität gewinnen.
DOULOUFAKIS-WEINE AUS DER REBSORTE
KOTSIFALI

Enotria Rosé
- 60 % Kotsifali
- 40 % Syrah
- Trockener Wein
- Vinifikation im Edelstahltank

Enotria Rotwein
- 40% Kotsifali – 40% Liatiko
- 20 % Syrah
- Trockener Wein
- Vinifikation im Edelstahltank

Epoch Rotwein
- 40 % Muscat Rouge| 40 % Syrah
- 20 % Kotsifali
- Halbtrockener Rotwein
- Vinifikation im Edelstahltank
Serviervorschläge für Kotsifali
Wie alle trockenen Rotweine wird auch der trockene Kotsifali bei etwa 17 °C serviert.
Für den süßen Kotsifali-Wein liegt die ideale Serviertemperatur bei 10 °C, um seine Aromen und seine natürliche Süße optimal zur Geltung zu bringen.
Food-Pairing mit Kotsifali
Die Empfehlungen für Speisekombinationen sind nur dann zutreffend, wenn der besondere Charakter jedes einzelnen Weins berücksichtigt wird.