LIATIKO
ROTE REBSORTE AUS KRETA
Einzigartige Rebsorte, deren Wurzeln bis ins 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen.
Perfekt an das warme Klima Kretas angepasst, bringt Liatiko elegante, fein strukturierte Weine hervor, die ideal als Begleiter zu jeder Mahlzeit geeignet sind.
Diese besondere Rebsorte verleiht jedem Wein ein ausdrucksstarkes Aromabukett, in dem frische rote Früchte klar dominieren.


DIE GESCHICHTE DER REBSORTE LIATIKO
Der Name „Liatiko“ leitet sich vom Monat Juli ab, da es sich um die erste Rebsorte handelt, deren Beeren bereits im Juli ihre Farbe verändern.
Sie gilt als eine der ältesten autochthonen roten Rebsorten des kretischen Weinbaus. Der Anbau der Sorte Liatiko lässt sich auf das 3. oder 2. Jahrhundert v. Chr. zurückdatieren, basierend auf der Datierung von Traubenresten, die in antiken Kelteranlagen am Standort „Melissa“ innerhalb der Weinbauzone Dafnes gefunden wurden.
Liatiko-Wein wird in zahlreichen historischen Texten des 13. Jahrhunderts erwähnt, während der Most dieser Rebsorte auch für die Herstellung des berühmten kretischen Malvasia-Weins verwendet wurde. Darüber hinaus finden sich Hinweise auf die Rebsorte Liatiko in Archivquellen aus der Zeit der venezianischen Herrschaft im 17. Jahrhundert. In jener Epoche waren Grundstückstausche auf Kreta weit verbreitet, da der Anbau von Liatiko zur Weinproduktion als besonders ertragreich galt.
Konkret erscheint Liatiko in einem Vertrag des Notars Nicolò Negri vom 24. Juni 1609, in dem zwei Einwohner der Dörfer Venerato und Kerasia einen Logado-Weinberg gegen einen Liatiko-Weinberg tauschen.
Liatiko wird häufig fälschlicherweise als Synonym der Rebsorte „Aleatico“ bezeichnet, einer sehr alten italienischen Rebsorte. Neuere Untersuchungen auf Grundlage vergleichender Ampelographie sowie von DNA-Analysen haben jedoch gezeigt, dass es sich um zwei unterschiedliche Rebsorten handelt. Dies wird eindeutig im Buch „Wine Grapes“ von J. Robinson, J. Harding und J. Vouillamoz (Penguin Books, 2012) bestätigt.
ANBAU DER REBSORTE LIATIKO
Die Gesamtanbaufläche der Rebsorte im weinbaulichen Gebiet Kretas beträgt etwa 4.000 Stremma Weinberge.
Sie wird hauptsächlich in den Regionalbezirken Heraklion und Lasithi angebaut.
Die Gesamtanbaufläche der Rebsorte im weinbaulichen Gebiet Kretas beträgt etwa 4.000 Stremma Weinberge.
Sie wird hauptsächlich in den Regionalbezirken Heraklion und Lasithi angebaut.
Die Rebsorte Liatiko gedeiht besonders gut auf böden geringer Fruchtbarkeit, vor allem auf ton-kalkhaltigen Böden.
Die Böden der Region Dafnes sind von mittlerer Textur bis tonig-lehmig geprägt und weisen einen hohen Gehalt an Calciumcarbonat von über 40 % auf. Das vorhandene Calciumcarbonat neutralisiert die Bodenazidität, wobei der pH-Wert zwischen 7 und 8,5 liegt – ein Bereich, der die Aufnahme der meisten Spurenelemente durch die Rebe begünstigt.
Zudem verbessert Calciumcarbonat die Bodenstruktur, sorgt für gute Drainage und eine ausgewogene Bodentemperatur. Diese Eigenschaften fördern eine optimale phenolische und technologische Reife der Trauben und tragen somit zur Erzeugung von Weinen mit reicher Struktur und Volumen, intensiver Farbe und ausgewogener Säure bei.
Wenn es – selten – im Sommer auf Kreta regnet, zeigt Liatiko eine mäßige Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit durch sommerliche Niederschläge.
Zudem ist die Rebsorte mäßig widerstandsfähig gegen Falschen Mehltau (Peronospora), anfällig für Echten Mehltau (Oidium) und den Traubenwickler (Eudémis) sowie sehr anfällig für infektiöse Degeneration, Botrytis und Erinose.
Verrieselung und Kleinbeerigkeit treten nur dann auf, wenn während der Blüte und Fruchtansatzphase niedrige Temperaturen herrschen..


Rebschnitt
Es wird ein einseitiger oder zweiseitiger Royat-Kordon angewendet.
Jeder Rebstock trägt 6–7 Zapfen, wobei jeder Zapfen zwei Augen aufweist. Auf diese Weise wird eine kontrollierte Produktion sowohl in Bezug auf Qualität als auch auf Menge erreicht.
Die Rebsorte Liatiko ist wüchsig und zeigt eine ausgewogene Ertragsleistung.
Das Traubengewicht ist mittel, während das Beerengewicht gering ist. Der Most weist einen hohen Zuckergehalt bei zugleich zufriedenstellender Säure auf.
Ein wesentlicher Vorteil von Liatiko in der Region Dafnes liegt in der gleichmäßigen und vollständigen Reife, die durch das begünstigende Mikroklima ermöglicht wird. Die Rebsorte ist dort vollständig akklimatisiert, da sie in der Region seit Jahrhunderten kultiviert wird.
Die Weinberge der Rebsorte Liatiko werden mit einer Pflanzdichte von etwa 350–400 Rebstöcken pro Stremma angelegt und in linearen Erziehungssystemen kultiviert, mit Pflanzabständen von 1,10 m × 2,5 m.
Ampelographische Beschreibung der Rebsorte Liatiko
Triebspitze: Offen, grün mit rosafarbenem Rand, spinnwebartig bis flaumig behaart.
Blatt: Gelbgrün gefärbt mit kupferfarbenen Flecken, auf der Oberseite glatt, auf der Unterseite flaumig bis wollig behaart, mit deutlich ausgeprägten Adern.
Form – Größe: Mittelgroß, fünflappig, fünfeckig bis leicht keilförmig.
Blattspreite: Relativ dick, gewellt, stellenweise spinnwebartig behaart auf der Oberseite und flaumig behaart auf der Unterseite.
Stielbucht: Ziemlich tief, geschlossen mit überlappenden Rändern, V-förmige Basis.
Adern: Glatt, auf der Oberseite spinnwebartig behaart, auf der Unterseite spinnwebartig bis flaumig.
Zähne: Klein, ungleichmäßig groß, spitz, in zwei Reihen angeordnet.
Blattstiel: Mittelgroß, kräftig, spinnwebartig behaart, gleich lang wie die Hauptader.
Sie ist zylindrisch oder zylindrisch-konisch geformt, von mittlerer Größe, mittlerer bis großer Länge, mit mäßiger Dichte und zahlreichen Beeren.
Der Traubenstiel ist von mittlerer Länge und mäßig verholzt.
Die Beere der Rebsorte Liatiko ist klein bis mittelgroß und meist kugelförmig. Die Beerenhaut ist dünn und weich und weist eine rote Färbung auf. Das Fruchtfleisch ist weich, sehr süß und angenehm im Geschmack, mit feinen Aromen.
Der Beerenstiel ist kurz und löst sich relativ leicht von der Beere.
Die Kerne sind zwei bis drei pro Beere, gekrümmt, mittelgroß und besitzen einen feinen Schnabel.
Die Triebe sind im Querschnitt rund und weisen eine gelb-braune bis rot-braune Färbung auf.
Die ampelographische Beschreibung basiert auf dem Buch „The Cretan Grapes“ von Manolis und Maritina Stavrakakis.


Phänologische Merkmale des Liatiko-Weinbergs
Der Boden und die klimatischen Bedingungen jeder Region beeinflussen maßgeblich die phänologischen Stadien der Rebsorte. In der Region Dafnes wurden allgemein folgende Zeitpunkte beobachtet:
- Beginn der Reife (Véraison): 20.–30. August
- Austrieb: 20.–30. März
- Vollständiger Austrieb: 2. Dekade im April
- Beginn der Blüte – Vollblüte: 10.–15. Mai
Technologische Merkmale des Mostes aus vollreifem Liatiko
- Zucker: 220–250 g/L
- Gesamtsäure: 4,4–6,5 g/L
- pH-Wert: 3,3–3,9
Das Geheimnis eines großen Liatiko liegt in der Begrenzung der Erträge, der Anwendung geeigneter weinbaulicher Praktiken, um eine Überreife zu vermeiden, sowie in einer Vinifikation, die eine maximale Farbextraktion ermöglicht.
Die griechische Gesetzgebung zur Rebsorte Liatiko
Die Rebsorte Liatiko gehört zu den empfohlenen Keltertraubensorten, die im Weinbaugebiet Kreta angebaut werden dürfen. Weine aus Liatiko sind daher als DAFNES – Geschützte Ursprungsbezeichnung (PDO Dafnes) und SITIA – Geschützte Ursprungsbezeichnung (PDO Sitia) zugelassen und nehmen zudem an zahlreichen Weinen mit der Geschützten Geografischen Angabe KRETA (PGI Crete) teil.
Darüber hinaus zählt Liatiko zu den zugelassenen Keltertraubensorten in den Weinbaugebieten Mittelgriechenlands und Makedoniens.


Die Eigenschaften des Liatiko-Weins
Die Farbe des Liatiko-Weins ist von geringer Intensität und variiert je nach Alter. Sie reicht von hellem Rubinrot in jungen Weinen bis hin zu granatroten Nuancen mit zunehmender Reife.
Das einzigartige Aromabukett vereint frische rote Früchte mit Kräuter- und floralen Noten. Mit der Reifung entwickelt sich dieses Profil weiter und offenbart den charakteristischen aromatischen Ausdruck der Sorte durch Nuancen von Leder, Gewürzen und Lakritz.
Am Gaumen setzen sich die Aromen der Nase fort, begleitet von mittlerem Körper, guter Säurestruktur und weichen Tanninen.
Je nach Vinifikationsstil besitzt Liatiko ein Reifepotenzial von 8 bis 10 Jahren.
Was die Süßweine aus Liatiko betrifft, führt die Sonnentrocknung der Trauben zu Weinen mit hohem Alkoholgehalt und niedrigen, sehr weichen Tanninen.
Liatiko gilt als die feinste rote Rebsorte des kretischen Weinbaus und als eine der bedeutendsten roten Rebsorten Griechenlands.
Douloufakis-Weine aus der Rebsorte Liatiko

Dafnios Rotwein
- 100 % Liatiko
- Trockener Wein
- Vinifikation im Edelstahltank

Helios Rotwein
- 100 % Liatiko
- Natürlich süßer Wein
- Reifung im Holzfass
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